39 Magie der Mondschein-Nächte
Nach der Reise hat Hundefriseurin Anja mein Fell wieder sauber und fluffig gemacht, bis zum frostigen Winter ist garantiert genug wärmende Unterwolle wieder da. Mein böser Blick während der Pflege amüsiert jeden, doch insgeheim genieße ich das wohltuende Ergebnis.
So schnell ging es dieses Mal. Der Herbst, der sich selten von der goldenen Seite zeigte, verging wie im Flug und brachte mir viele entspannte Spaziergänge querbeet durch die Felder und Wälder. Neuerdings wächst hier sogar Sorghumhirse. Kennt bestimmt auch nicht jeder. Die sind natürlich nicht so aufregend wie die Maisfelder, wo man sich auch mal einen Kolben stibitzt und genüsslich frisst. Für Frauchen bringt es jedoch Vorteile mit sich, die Hirse wächst nur etwas höher als ich. Da hat sie es eher im Blick, ob der Bauer schon mit seinem Traktor naht.
Und zur Abwechslung kann ich ja auch ausgiebig buddeln und die Mäuse jagen oder wir suchen zusammen die leckersten Äpfel.
Zurzeit bin ich wirklich begierig darauf große Strecken zu laufen. Egal ob zu Fuß oder etwas flotter, wenn Frauchen die Inliner
anschnallt. Und eine ganz witzige Alternative – wir laufen einfach los und schwärmen in alle Richtungen aus, das beschäftigt meinen Entdecker Sinn. Manchmal legen wir auch ein Ziel fest und Herrchen holt uns dann mit dem Auto ab. Dann gibt es was Leckeres als Stärkung. Es gibt genug Ortschaften rundherum und wir finden dann Shops die Hunde Kekse verkaufen, den Imbiss mit leckerem Grillhähnchen oder kaufen irgendwo im Supermarkt ein, es findet sich immer was für Hund und Mensch.
Wenn es dunkel wird, genießen wir die Magie der Mondschein-Nächte, selbst bei frostigen Temperaturen. Es ist faszinierend, über den Feldern legt sich ein geheimnisvoller Schleier aus Nebel, der Mond erhellt die Nacht. Mitunter so sehr, dass eine Taschenlampe unnötig ist. Die Mondfinsternis war jedoch nicht klar erkennbar im wolkenverhangenen Himmel. Macht aber nichts, für die finsteren Nächte hab ich mein LED Halsband. Das leuchtet so bunt, dass es glatt als Dämonenlicht durchgeht. Mindestens genauso bunt wie die Polarlichter, die uns einmal überrascht haben.
Apropos Überraschung, an meinem neunten Geburtstag bekam ich doch tatsächlich eine eigene Torte von meinen Leuten. Ich weiß nicht welche Tricks angewendet wurden, damit die süße Sünde nicht zu ungesund für mich ist. Aber mal ehrlich, das darf man sich gönnen und wir haben alle zusammen davon genascht. Die Komposition aus Buttercreme, Vanille Pudding und einen Hauch von weiße Schoki Streusel hat mein Feinschmecker Herz höher hüpfen lassen. Einfach köstlich!
Zur Dämmerung sind wir losgelaufen auf eine extra große und sportliche Runde. Zum Abschluss des Tages noch frische gekochte Rinderleber, danach war ich hundemüde – kein Wunder, bei all den Highlights des Tages.
Wir machen noch einen Lauf zur Wintersonnenwende, dann werden die Tage wieder länger und die Rauhnächte beginnen bald. In diesem Sinne möchte ich meinen Spruch von den Weihnachtskarten hier zum Abschluss des Jahres verewigen.
