34 Zeugen der Zeit

Sehnsüchtig nach schönen Sommertagen blicke ich hinaus. Der Regen, der an das Fenster prasselt, lässt mich in Gedanken verweilen.
Die Reise war so fantastisch, am liebsten würde ich immer noch unterwegs sein.
Das aktuelle Sauwetter würde uns allerdings den ganzen Spaß vermiesen.
Da ist es doch besser, wenn man an solchen Herbsttagen ein trockenes und warmes Dach über den Kopf hat.
Es sind ja auch nicht alle Tage langweilig.

Manchmal fahre ich mit Frauchen schöne Inliner
Runden oder wir wandern alle zusammen eine große Tour im Wald. Und natürlich wird wieder Mais zerpflückt auf den Feldern. Die beste Methode damit sich die Leine nicht unendlich in den Pflanzen verknotet? Frauchen mit ins Maisfeld nehmen, macht viel mehr Spaß durch das Labyrinth zu laufen, solange kein Traktor in der Nähe ist.


Kennt ihr schon meinen Kumpel Sky?
Er ist drei Jahre alt und ebenfalls ein Husky. Das kuriose ist, er wohnt zwar im Dorf nebenan und geht hier, auf den Feldern, die uns verbinden, oft spazieren. Trotzdem sehen wir uns jedes Jahr nur ein einziges Mal. Kein Witz, wir haben in drei Jahren nur dreimal getobt und dieses Mal war es kurz nach meinem Geburtstag.

Meinen Geburtstag habe ich draußen genießen können, während meine Leute im Garten arbeiteten. So ist’s doch richtig und abends gab es ein großes Schlemmer Buffet mit meinen Kauknochen, Leberwurst, Milch, Ei – alles querbeet von meiner leckeren Hitliste. Meine Party Gutscheine zum Shoppen habe ich ebenfalls bereits eingelöst, man kann ja nie genug Vorräte haben. Außerdem eine neue Pflegebürste gekauft und für mehr Fellness, bei meiner Hundefriseurin Anja, im nächsten Jahr Termine gebucht.

Hui, das war jetzt gerade eine ordentliche Windböe. Der angekündigte Sturm macht sich langsam bemerkbar, dafür lässt der Regen nach. Da hilft meine Naskal Linie wohl nicht.
Nein, nicht die ähnlich lautende aus der Wüste. Sondern meine eigens gebaute Linie um das nasse und kalte Wetter abzuwehren. Deswegen Naskal, man probiert halt jeden Zauber aus.

Mein Blick fällt auf ein Foto und ich fange an zu schmunzeln. Das kommt mir doch bekannt vor, Hauptsache die Nase im Erdloch und buddeln.
Sechs Jahre liegen zwischen den beiden Bildern und ich hab immer noch Scheiße im Schädel.
Tschuldigung, aber manchmal kann man es nur Hochdeutsch ausdrücken. Wird nie langweilig mit mir.

So, jetzt muss ich aber runter von dem Sofa, meine Leute wollen mit mir rausgehen und dann den Sturm beobachten im Garten. Die Vorbereitungen für den Winter laufen bereits, aber noch ist nicht alles winter- geschweige denn sturmfest.

Mein Gedanke schweift noch einmal ab, nach all den Bildern, den Zeugen der Zeit, möchte ich zum Ende dieses Kapitels eine Erinnerung teilen. Wir haben einen guten Freund verloren, er hat seinen Weg gewählt.

Kein Weg zurück, Geschichten sind Geschichten,
auf dieser Reise, der Reise durch die Zeit.
Ein Destillat aus tausenden Geschichten,
die dir erzählen, was war, was ist, was bleibt.